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07.01.2010

Die Waffen aus Vrchlabí - Vrchlabi

Die Waffen aus Vrchlabí

Die Vrchlabier Herrschaft gehörte bereits in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu den bedeutendsten und hochentwickeltsten Gebieten Böhmens.

Das Eisenhüttenwerk von Vrchlabí bestand damals aus drei Gebäuden, die interessante Name trugen: dýmaèka, vyhøívaèka a vlašský hamr (Qualmhaus, Temperierhaus, Welscher Hammer)

Das Eisenerz wurde in der Umgebung gefördert und zu Roheisen verarbeitet. Als Brennstoff wurde überwiegend nur  Holzkohle eingesetzt. Holz für ihre Herstellung gab es genug, es wurde nach Vrchlabí und Dolní Dvùr aus Bergwäldern eflößt. Hier arbeiteten Kohlbrenner und stellten so die für Verarbeitung von Eisenerz und Roheisenverarbeitung nötige Kohle her. Ursprünglich wurde Eisen zu Blechen gewalzt, aus denen Sensen und Sichel hergestellt wurden - die Hauptprodukte und sehr begehrte Handelsartikel. Erst im Jahre 1614 erschien unter den Erzverarbeitern der erste Büchsenmacher - Georg Erben. Zehn Jahre später ließ sich dort Matthes Hantke (er kam aus Lánov) nieder, der sich auf Büchsenverschlüsse spezialisierte. Dann brach der Dreißigjährige Krieg aus und der Bedarf an Handschusswaffen ist stark gewachsen. In demselben Jahr - d.h. 1624 - kauft die Vrchlabier Herrschaft Albrecht von Wallenstein und gliedert das Gebiet in sein Friedlander Herzogtum ein. Als er ein Jahr später zum Kommandant der Österreichischen kaiserlichen Heere wird, wird Vrchlabí zu einer großen Fertigungsstätte von Waffen aller Art. Der Artikel wird bereits in Manufakturen hergestellt, es wird die Arbeitsteilung zur Geltung gebracht. Die Handwerker fangen an, sich zu spezialisieren - z. B. Rohrschmiede, Rohrbohrer, Schleifer, Schraubenmacher, Schlösser, Kolbenmacher... In den Manufakturen wurde auch nach dem Jahre 1634 hergestellt, d.h. nach der Ermordung Wallensteins in Cheb. Die Herrschaft erwarb das Geschlecht der Morziner. Noch im Jahre 1676 gab es in Vrchlabí eine große Herrenschmiede, die sich auf Flinten- und Pistolenläufe spezialisierte. Ein Teil von denen wurde weggeschafft und in der breiten Umgebung verkauft, einen wesentlichen Teil der Produktion kauften die Büchsenmacher aus Vrchlabí. Zu der Zeit gab es in Vrchlabí 29 Büchsenmachermeister. Die bekanntesten Familien waren die Erbens und Ludwigs. Die Familie Ludwig betrieb noch ein weiteres Handwerk - das Uhrmacherhandwerk - und später, als der Bedarf an Waffen sank - widmeten sie sich ausschließlich der Reparatur der kleinen und großen Uhrwerke. Für den vielleicht bekanntesten Vrchlabier Waffenhersteller wird Christof Ludwig (gestorben 1707) gehalten, und zwar daher, dass er im Gegensatz zu anderen Büchsenmachern seine Waren mit eigener Marke kennzeichnete. Diese Waffen können noch heutzutage bestimmt werden, sie sind in verschiedensten Sammlung im ganzen Mitteleuropa zu finden. Am Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Waffenherstellung in Vrchlabíg ganz stillgelegt. Einige Exemplare können Sie aber im Museum des Nationalparks Riesengebirge im ehemaligen Augustinerkloster bewundern. Sie sind ein Bestandsteil der Exposition „Der Mensch und die Berge" und im Kreuzgang des Gebäudes ist eine Vitrine zu finden, die diesem Thema gewidmet ist. Besuchszeiten: ganzjährig Dienstag - Sonntag 8-17 Uhr. Falls sie nur die Exposition „Der Mensch und die Berge" besichtigen möchten, bezahlen Sie für den Eintritt 20,- CZK für einen Erwachsenen und 10,- CZK für ein Kind.

Autor: Josef Zelený

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